Wut

Diese Tipps unserer Glück-das-wächst®-Methode sind im Rahmen unserer fachärztlichen Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie entstanden bzw. weiterentwickelt worden. Hier finden Sie die Hintergründe:
Das Gehirn verändert sich ständig
Wie werden bestimmte Entwicklungen des Gehirns angeregt?

Vielleicht fragen Sie sich, woher die Wut kommt. Vielleicht haben Sie Mitleid mit Ihrem Kind, dass es diese Art von Gefühlen hat. Vielleicht macht das Verhalten Ihres Kindes Sie auch selber rasend und verzweifelt, weil das ganze Familienleben darunter leidet. Vielleicht versuchen Sie, an Ihr Kind heranzukommen, wenn es einen Wutanfall hat. Vielleicht versuchen Sie, es aus der Wut herauszuholen, es zu beschwichtigen, ihm gut zuzureden oder es zu beruhigen oder auch die Sache in Ruhe zu besprechen. Ihm zu vermitteln, dass Sie es ja nur gut meinen und es auch mal etwas einsehen muss. Vielleicht sind Sie selbst auch schon lauter geworden. Vielleicht sagen Sie ihm, dass es gut (oder ok) ist, Wut zu haben. Dass es nur bitte Sachen heile lassen soll und nicht um sich schlagen soll. Vielleicht fragen sie sich, wie Ihr Kind am besten seine Wut herauslassen kann, welches Ventil passen kann. Vielleicht haben Sie schon mit einem Boxsack oder einem Wutball oder einem Wutzettel experimentiert.

Sind Sie vielleicht in der "Verschlimmbesserungsfalle" gelandet?

An das Kind herankommen zu wollen, es verstehen zu wollen, es beruhigen zu wollen, seine Gefühle ernst nehmen zu wollen oder auch eine Situation versachlichen zu wollen, drängt sich ja quasi in so einer Situation auf. Auch dem Kind helfen zu wollen, die Wut "herauszulassen" oder ein "Ventil" für sie zu finden, sind natürlich völlig nachvollziehbare Anliegen.
Leider führen sie alle zu Zuwendung (was grundsätzlich das Verhalten verstärkt, dem man sich zuwendet) und sind insofern nicht geeignet, das Problem in den Griff zu bekommen. Zuwendung beim Wutanfall ist wie das sprichwörtliche "Öl ins Feuer gießen" um es zu löschen.
Die Vorstellung, Wut sei "wichtig", kann ebenfalls zweischneidig sein. Selbstverständlich haben alle unsere Gefühle ihre Daseinsberechtigung und sollten gespürt werden. Sie gehören einfach zu uns und es ist wichtig, sie zu akzeptieren. Wut ist dabei ein Gefühl, das sehr destruktiv und anstrengend sein kann und dem Kind auch im Miteinander mit anderen Menschen im Weg stehen kann. Sie ist insofern vielleicht subjektiv "wichtig", aber nicht immer "hilfreich".
Wenn ein Kind "zu viel" Wut zeigt, hat es vielleicht nicht gelernt, dass Gefühle nur Gefühle sind, nicht mehr und nicht weniger. Wahrscheinlich hat es auch nicht erfahren, dass es die Fähigkeit zur Selbstregulation, also dazu, "sich einzukriegen", in sich trägt. Kein Wunder, wenn es sich seiner Wut ausgeliefert fühlt. Die Erfahrung der Selbstregulation ist da eine große Befreiung, denn ich kann mit meiner Wut umgehen und stehe über ihr. Wenn das nicht auch selbstwertstärkend ist! Insofern raten wir auch zur Vorsicht mit dem Konzept "Wut rauslassen". Denn "sich einkriegen" ist etwas grundsätzlich anderes als etwas "rauszulassen".

Wir raten bei Wut zu Folgendem:
- Passen Sie die Anforderungen an das Kind an (vielleicht ist das Kind überfordert und frustriert und steht deswegen unter Strom).
- Verstärken Sie dieses Verhalten nicht (gehen Sie nicht auf Ihr Kind ein, praktizieren Sie pädagogisches Ignorieren). Selbstverständlich dürfen Sie eingreifen, tun Sie dies am besten ohne emotionale Kontaktaufnahme.
- Lassen Sie Ihr Kind sich selbst wieder beruhigen. Ermöglichen Sie Selbstregulation Ihres Kindes, indem Sie keinen Kontakt aufnehmen ("selbst" heißt "selbst": bitte nicht stören!). Verkörpern Sie Zutrauen zu Ihrem Kind.
- Praktizieren Sie selbst auch Selbstregulation. Akzeptieren Sie Ihre Gefühle, die der Wutanfall Ihres Kindes bei Ihnen auslöst und halten Sie sie aus. Ein Nebeneffekt: Sie sind Vorbild.

So können Sie es konkret umsetzen:

Wut

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